Liebe Besucher meiner Homepage,

vielen Dank, dass Sie sich für meine Homepage interessieren.

Anlässlich der Veröffentlichung meines Buches „Mann Gottes, was nun?“, das auf den folgenden Seiten vorgestellt wird, habe ich diese Seiten mit meinem Sohn Daniel zusammengestellt, der für die Technik verantwortlich zeichnet, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Nach wie vor scheint das Interesse an meinem Buch ziemlich groß zu sein, was ich vielen persönlichen Gesprächen, Briefen und E-Mails aus ganz Deutschland entnehmen kann. Zahlreiche öffentliche Buchlesungen und mehrere Auftritte im Hörfunk und Fernsehen haben ein für mich erfreulich großes Echo ausgelöst.

Nach wie vor wichtigstes Anliegen meines Buches ist die Sensibilisierung und Motivierung möglichst vieler Leser, um die Entscheidungsträger in der katholischen Kirche zu

Reformbereitschaft in Sachen Zölibat

zu bewegen. Dass dies nach allen bisherigen Erfahrungen nicht einfach ist, muss man nicht besonders betonen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass wir, das (Kirchen-)Volk, vieles zu bewegen vermögen, wenn wir dies nur überzeugt wollen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Bemerkungen im Buch (Seite 239 ff), wo ich auf politische Veränderungen hinweise, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, die kaum jemand ernsthaft für möglich gehalten hätte und absolut friedlich verliefen. Welche konkreten Schritte jeder Einzelne unternehmen will und kann, muss jeder persönlich und im Kreis von Freunden erörtern.

Dass der Zölibat für viele Menschen, die sich ein Leben im Dienst der Seelsorge durchaus vorstellen könnten

, ein existenzielles Hindernis darstellt, ist nach meinen Erfahrungen nicht zu bestreiten. „Die Kirche braucht glaubwürdige Seelsorger, Menschen, die sich bezüglich ihrer individuellen Lebensform keine unnötigen Zwänge auferlegen müssen.“ Nicht zuletzt angesichts der erschreckend hohen Zahl von Kirchenaustritten – allein im Jahr 2010 waren es in Deutschland 181.193 Katholiken; 2011 waren es wieder 126.488 Menschen, die nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz aus der Kirche ausgetreten sind. Für 2012 liegen aktuell (Stand Januar 2013) noch keine statistischen Angaben vor. Gleichwohl ist zu befürchten, dass die Zahlen ähnlich hoch liegen werden. Und aufgrund der aktuellen Streitigkeiten (Januar 2013) zwischen der Bischofskonferenz und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, dessen Leiter Christian Pfeiffer der katholischen Kirche „Zensur“ bei der uneingeschränkt notwendigen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals vorgeworfen hat, dürfte die Zahl der Austritte vermutlich erneut ansteigen.

 

Wie ich im Buch (Seite 262 f) ebenfalls ausführe, sind die Gründe, die hinter jeder einzelnen Entscheidung zum Kirchenaustritt stehen, individuell sehr unterschiedlich. Aber eines scheint mir fraglos in engem Zusammenhang damit zu stehen, nämlich die immer geringer werdende persönliche Kontaktmöglichkeit der Seelsorger vor Ort mit den Menschen in ihrer Gemeinde. Ein Pfarrer in einem immer größer werdenden Pfarrverband hat schlicht und einfach keine Chance mehr, die Menschen seiner Gemeinde in befriedigender Weise kennenzulernen. Aber genau dies wäre eine unverzichtbare Voraussetzung für eine Pastoral, die man noch als solche bezeichnen darf.

Nun sollen die bisherigen „Seelsorgeeinheiten“ bis 2015 als neue Kirchengemeinden „weiterentwickelt“ werden, wie einem offiziellen Kirchenpapier zu entnehmen ist. Das bedeutet, dass die bis zu diesem Zeitpunkt noch aktiven Priester für wesentlich mehr Menschen, nämlich für absolut unverantwortbar viele, seelsorgerlich verantwortlich sein müssen. Dies löst bei vielen gestandenen Männern nicht selten „ein Gefühl von Verunsicherung oder Überforderung aus“, wie sogar die Bischöfe in ihrem Brief an die Priester vom 12. Oktober 2012 zugeben.

Drei „zentrale Gründe“ werden für die offenbar unabwendbaren Ausweitungen der priesterlichen Einsatzgebiete genannt, nämlich

1. „der Rückgang der Priester und Bewerber“

2. „der Rückgang in den Bewerbungen und Ausbildungsgängen der Pastoral- und Gemeindereferentlnnen“ und

3. „der Rückgang der Katholiken und somit der Kirchensteuereinnahmen und –mittel“.

Wie lange noch wollen sich die Menschen in den Gemeinden solche einschneidenden, „von oben“ verordneten pastoralen Umstrukturierungen widerspruchslos gefallen lassen?! Es wird meines Erachtens allerhöchste Zeit, dass möglichst viele Menschen den Mund aufmachen. Mein Buch „Mann Gottes, was nun?“ will ich als meinen persönlichen Beitrag dazu verstanden wissen. Und ich hoffe, dass sich möglichst viele Leser, denen ein lebendiges Gemeindeleben noch ein Anliegen ist, ebenfalls dazu entschließen.

 

Wir sind das Volk!

Wir wollen in unseren Gemeinden Priester,

und zwar gerne auch ohne Zölibat!

 

Empfehlen Sie mein Buch weiter als Motivationsgrundlage, um eine möglichst nachhaltige Wirkung zu erzielen.

 

Herzlichen Dank!

Helmut Gall